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édition originale au Mercure de France


édition américaine


édition japonaise

 

 

Blau macht keinen Lärm.

  (extrait traduit en allemand d'Une histoire de bleu de Jean-Michel Maulpoix, éd. du Mercure de France, 1992)


Blau macht keinen Lärm.

Es ist eine zurückhaltende Farbe, ohne Hintergedanken, Vorahnung noch Vorsatz, die sich nicht jäh dem Blick unterwirft, wie Gelb oder Rot, sondern die ihn auf sich lenkt, ihn nach und nach bändigt, ihn ohne zu drängen näherkommen läßt, so daß er in ihr eindringt und versinkt, ohne sich etwas bewußt zu werden.

Blau ist eine dem Aussterben geneigte Farbe
Eine Farbe zu sterben, eine Farbe, die erlöst, die Farbe der Seele selbst, nachdem jene sich seines Körpers entkleidet hat, nachdem alles Blut heraus gespritzt ist und sich die Eingeweide und sämtliche Hohlorgane entleert haben, um so endlich das Mobiliar unserer Gedanken umzusiedeln.

Blau verflüchtigt sich in Unendlichkeit.
Eigentlich ist es keine Farbe. Eher eine Klangfarbe, ein Klima, ein besonderer Luftwiderhall. Ein Stapel klaren Lichts, eine aus aufeinandergehäuften Leeren entstehende Schattierung, im Kopf des Menschen ebenso schillernd und transparent wie im Himmel.

Die Luft, die wir atmen, der Anschein von Leere, auf dem sich unsere Gestalten bewegen, der Raum, den wir durchqueren ist nichts anderes als dieses irdische Blau, unsichtbar, solange es nah ist und mit uns eine Einheit bildet, unsere Gesten und Stimmen kleidend. Auch in der Kammer noch gegenwärtig, die Läden verschlossen, die Lampen erloschen, empfindungsloses Gewand unseres Lebens.

© : CB, 3/10/00 pour la traduction & Mercure de France, 1992.